Bin wieder da

Kalle-is-back-kleinBin wieder da …
Mo 22. Dez  ab 18 Uhr
Weihnachtsumtrunk in der Fontanestraße

Kalle zieht wieder zurück in die Fontanestraße.
Nicht in die 5, aber in die 3. Er wird somit Nachbar seiner alten Wohnung – fast auf Augenhöhe. Neben der Tatsache, dass Kalle damit wieder in seinem Veedel wohnt, ist das eine hervorragende Position, das Treiben seines ehemaligen Vermieters und Zwangsräumers Marco Hauschild genauestens zu beobachten …

Wir finden, das ist ein Grund zum Feiern und laden (fast) alle NachbarInnen, UnterstützerInnen und irgendwie Anteil-Nehmenden zu einem Umtrunk vor dem Haus ein. Wir sorgen für Glühwein und Feuertonne – ihr für Kekse, Stollen und Spekulatius.

rechtaufstadt-koeln.de

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Kalle für Alle: Stadtpolitik selber machen

Köln, 17.04.2014
Pressemitteilung der Initiative „Recht auf Stadt“ / „ZWANGSRÄUMUNG VERHINDERN“

Kalle für Alle:  Stadtpolitik selber machen – jetzt erst recht!

+++ Initiativen kündigen weitere Aktivitäten an
+++ ca. 200 Teilnehmer*innen beteiligen sich an Protesten gegen 2. Zwangsräumungsversuch von Kalles Wohnung
+++ mehrere Hundertschaften setzen Räumung gewaltsam durch

Obwohl Kalle nun vorerst sein Viertel verlassen muss, werten seine Unterstützer*innen die Initiative dennoch als Erfolg: „Die gestrige gewaltsame Räumung hat gezeigt, dass unsere Proteste einen wunden Punkt getroffen haben und wir durchaus ernst genommen werden“, so Valerie Kirschbaum von der Initiative „Recht auf Stadt“. „Die politisch Verantwortlichen lassen es sich offenbar einiges kosten, das Recht des Geldes notfalls mit Gewalt durchzusetzen und Gegenwehr möglichst im Keim zu ersticken. Letzteres jedoch ist ihnen nicht gelungen.“ Denn die Arbeit der letzten Monate haben gezeigt, dass der eigenen Kreativität und Entschlossenheit keine Grenzen gesetzt sind, wenn es heißt, Entmietungen und Wohnungslosigkeit im Namen von Verwertungsinteressen und Eigentümerrechten etwas entgegenzusetzen, so die Initiator*innen der Kampagne.

Kirschbaum weiter: „Natürlich machen wir weiter – die Kampagne „Alle für Kalle“ war ja erst der Anfang. Hier sind so viele verschiedene Menschen zusammengekommen, die es satt haben, auf politische und richterliche Entscheidungen zu hoffen und ansonsten einfach stillzuhalten. Denn eines ist schließlich klar geworden: dass wir die Sache selbst in die Hand nehmen müssen, wenn wir wollen, dass Schluss ist mit dem Ausverkauf der Stadt. Genug zu tun gibt es allemal. Und wir meinen: Die Stadt gehört Allen.“

Seit Monaten engagierten sich zahlreiche Menschen dafür, dass Kalle Gerigk seine seit 32 Jahren bewohnte Wohnung im Agnesviertel behält. Zunächst mit Erfolg: Der erste Versuch, Kalle aus seiner Wohnung zu räumen, war im Februar an den Protesten von Nachbar*innen, Unterstützer*innen und Aktivist*innen gescheitert. Am gestrigen Mittwochmorgen wurde Kalle Geringk nun trotz der Proteste von Anwohner*innen und Aktivist*innen aus seiner Wohnung zwangsgeräumt. Die Protestierenden hatten zum Teil schon seit der Nacht in der Fontanestraße ausgeharrt, um die bevorstehende Räumung erneut zu verhindern. Ein massives Aufgebot der Polizei setzte die Räumung schließlich gewaltsam durch.

Entgegen den Darstellungen der Ordnungskräfte waren mehrere Einsatz- und Bereitschaftshundertschaften der Polizei aus Köln und aus Brühl vor Ort, um das fragwürdige Anliegen des neuen Wohnungeigentümers durchzusetzen. Bereits ab halb 2 in der Nacht wurde das komplette Areal rund um die Fontanestraße mit Absperrgittern abgeriegelt, Bäume, Balkone und Vorgärten mit Taschenlampen abgesucht, der Keller und das Treppenhaus des Gebäudes, in dem Kalle bis gestern wohnte, durch Polizisten in Beschlag genommen.

Verschiedene Initiativen hatten unter dem Motto „Alle für Kalle – Zwangsräumung verhindern!“ dazu aufgerufen, sich dem erneuten Räumungsversuch mit einem Straßenfest und Blockaden entgegenzustellen. Als um 5.00h die ersten Protestierenden an der Fontanestraße eintrafen, war der Zugang zur Fontanestraße aus allen Richtungen bereits versperrt und mit einer massiven Polizeipräsenz abgesichert, so dass das Straßenfest vor den Abperrgittern auf den Neusser Wall vorverlegt wurde.

Etwa 20 Aktivist*innen war es jedoch trotzdem gelungen, den Vorgarten und das Treppenhaus des bis dahin von Kalle bewohnten Hauses zu besetzen und dem Gerichtsvollzieher den Zugang durch eine Sitzblockade zu versperren. Anders als beim ersten Zwangsräumungsversuch war seitens der stadtpolitisch Verantwortlichen bereits im Vorfeld entschieden worden, die Zwangsräumung diesmal mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln durchzusetzen: Bis etwa 9.00h morgens ließ die Einsatzleitung die Blockierenden zum Teil unter Einsatz von massiver Gewalt aus dem Treppenhaus entfernen. Dabei wurden mehrere Aktivist*innen verletzt, einer der Blockierenden musste mit dem Krankenwagen abtransportiert und im Krankenhaus behandelt werden. Um etwa 9.15h dann blieb Kalle nichts anderes übrig, als dem Gerichtsvollzieher, der sich mit der Polizei bereits seit den frühen Morgenstunden im Keller des Hauses aufhielt, den Schlüssel zu seiner Wohnung auszuhändigen.

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Presse-Echo zur Zwangsräumung 16.4.

Es gab eine breite Berichterstattung zur heute gewaltsam durchgesetzten Zwangsräumung von Kalle Gerigk:

zdf – heute
wdr- aktuelle stunde
RTL
SAT1
BBC

spiegel-online:
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/zwangsraeumung-in-koeln-kalle-gerigk-muss-unter-protest-gehen-a-964736.html

und ein weiterer
http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/kalle-gerigk-zwangsraeumung-bei-koelner-mieter-a-964833.html

KStA
http://www.ksta.de/innenstadt/zwangsraeumung-im-agnesviertel--nachbar--kalle-wird-zur-symbolfigur,15187556,26871584.html

http://www.ksta.de/innenstadt/-protest-alle-fuer-kalle-zwangsraeumung-im-agnesviertel,15187556,26856210.html

report-k
http://www.report-k.de/Koeln/Lokales/Agnesviertel-Kalle-Zwangsraeumung-vollstreckt-massiver-Polizeieinsatz-30461

EXPRESS
http://www.express.de/koeln/koeln-kaempft-wieder-fuer-kalle,2856,26857534.html

Rundschau
http://www.rundschau-online.de/koeln/gegen-zwangsraeumung--alle-fuer-kalle--kuendigt-neue-blockade-an,15185496,26849092.html

WDR
http://www1.wdr.de/studio/koeln/themadestages/kalle-droht-raeumung100.html

Rheinische Post
http://www.rp-online.de/nrw/staedte/koeln/demo-kann-zwangsraeumung-von-kalle-nicht-verhindern-aid-1.4180309
Stadtrevue http://www.stadtrevue.de/stadtrevue-blog/2014/04/16/kalle-zwangsgeraeumt/

Aachener Zeitung http://www.aachener-zeitung.de/lokales/region/kalle-in-der-falle-gentrifizierungs-gegner-raeumt-das-feld-1.807971

Ruhr-Nachrichten http://www.ruhrnachrichten.de/nachrichten/weiterenachrichten/nordrheinwestfalen/Alle-fuer-Kalle-Wohnung-zwangsgeraeumt;art5192,2335805

Die Welt http://www.welt.de/regionales/koeln/article127015313/Wohnung-nach-32-Jahren-zwangsgeraeumt.html

junge welt http://www.jungewelt.de/2014/04-17/045.php

General-Anzeiger (Bonn) http://www.general-anzeiger-bonn.de/region/koeln/Wohnung-in-Koeln-zwangsgeraeumt-article1328597.html

Berliner Morgenpost http://www.morgenpost.de/printarchiv/panorama/article127040805/Nun-wird-Kalle-in-Koeln-doch-noch-zwangsgeraeumt.html

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Mittwoch-Morgen 7 Uhr für eine volle FontaneStr. sorgen

Mittwoch früh startet der dritte Räumungsversuch des Amtsgerichts gegen Kalle. Zur Unterstützung der Blockade wird es ein Infotelefon geben, über das ihr Beobachtungen im Agnesviertel melden könnt, oder Infos bekommt. Zusätzlich werden wir euch, so gut wie möglich, über Twitter auf dem Laufenden halten.

Aller guten Dinge sind drei: Kalles Zwangsräumung gemeinsam endgültig verhindern!
Mittwoch, 16. April, 7:00 Uhr | Sitzblockade und Straßenfest
Fontanestr.5 | Köln-Agnesviertel

Bitte bringt euch eine warme Unterlage zum Sitzen mit (ein Stück alte Isomatte ist praktisch) und packt euch warm ein. Malt Transparente, bastelt Schilder und bringt Sachen mit um laut zu sein (Töpfe, Tröten, Musik…). Auf das keine Räumung mehr im Stillen von Statten geht.

Pünktlich um 7 Uhr startet das Programm auf unserer Bühne – Live-Musik und Straßenfest inklusive.
Kommt pünktlich und kommt zahlreich – die Straße will gefüllt sein!!!

Egal ob ihr euch an der Sitzblockade beteiligt, heiße Getränke zum Straßenfest mitbringt, für Öffentlichkeit im Viertel sorgt oder Kalle anderweitig unterstützen wollt, euer Beitrag ist erwünscht und dringend notwendig. Wohnungsnot geht alle an und drängt zum gemeinsamen Handeln.

Alle für Kalle und gegen jede Zwangsräumung!
Initiativen „Recht auf Stadt“ und „Wohnraum für alle“

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16. April um 7Uhr | Aller guten Dinge sind drei! Kalles Zwangsräumung blockieren!

plakat-kalle-16aprilNachdem Ende Februar die Zwangsräumung bei Karl Heinz „Kalle“ Gerigk, der seit 32 Jahren eine Dachgeschosswohnung im Kölner Agnesviertel bewohnt, erfolgreich blockiert wurde und auch der zweite Räumungstermin abgesagt wurde, ist es am 16. April wieder so weit. Wir stehen früh auf, um den Gerichtsvollzieher endgültig daran zu hindern, die Interessen des Vermieters und Immobilienmaklers Marco Hauschild durchzusetzen. Dem Eigentümer war gerichtlich „Eigenbedarf“ zugebilligt worden, obwohl er die Wohnung im Internet zum Weiterverkauf angeboten hatte.

Dieser Skandal steht in der Öffentlichkeit für eine weit verbreitete Praxis, bei der sich Immobilienfirmen, Banken und gutbetuchte Hausbesitzer die Taschen voll machen und Mieter*innen aus begehrten Wohnlagen verdrängen. Die Kampagne „Alle für Kalle“ steht für den lauter werdenden Protest von Vielen, die den alltäglichen Skandal auf dem Wohnungsmarkt, wonach die Bedingungen für Wohnen und Leben in der Stadt ausschließlich profitorientierte Immobilienunternehmen diktieren, nicht länger hinnehmen wollen.

„Alle für Kalle“ sorgt dafür, dass Wohnungsnot auch in Köln endlich zu einem heißen Eisen geworden ist. Die Politik steht öffentlich mächtig unter Druck, auch wenn es bisher nur bei unverbindlichen Absichtserklärungen geblieben ist. Unser Protest muss also noch viel lauter, vielfältiger und wahrnehmbarer werden.

Mi 16. April, 7:00 Uhr | Blockade+Straßenfest | Fontanestr.5 | Köln-Agnesviertel

Egal ob ihr euch frühmorgens an der Sitzblockade beteiligt, heiße Getränke zum Straßenfest mitbringt, für Öffentlichkeit im Viertel und im Freundeskreis sorgt oder Kalle anderweitig unterstützen wollt, euer Beitrag ist erwünscht und dringend notwendig. Ihr seid dabei in guter Gesellschaft. Kölner Künstler wie z.B. Rolly Brings werden mit dabei sein und vor Kalles Wohnung in der Fontanestraße für Stimmung sorgen. Es hat sich inzwischen in Köln herumgesprochen:

Wohnungsnot geht alle an und drängt zum gemeinsamen Handeln.
Gegen jede Zwangsräumung! Alle für Kalle und Kalle für Alle!
Kommt vorbei und helft uns, die Zwangsräumung zu verhindern!

Kalle für Alle – Infoabend

Do 10. April, 19 Uhr | Info-Abend | Alte Feuerwache | Großes Forum |Melchiorstr. 3

Es sprechen, bzw. werden vorgestellt: ‚Recht auf Stadt-Köln‘, Kalle Gerigk, Mieterrat Zollstock, R12“ – Wir bleiben alle, MigrantInnen ohne Wohnung, BewohnerInnen von Kölns Obdachlosenunterkünften, Mieterproteste in Spanien

Wenn Ihr über weitere Neuigkeiten informiert werden wollt, schickt uns eine Telefonnummer (SMS) oder eine email-Adresse über unser (verschlüsseltes) Kontaktformular für den Alarm-Verteiler.

Mit dem erneuten Versuch einer Zwangsräumung sind nun höhere Kosten verbunden, die Kalle nicht allein tragen soll. Daher überlegt, ob Ihr Euch auch finanziell einbringen könnt.

Spenden: Prekarius e.V.
Kto: 1900504034
BLZ: 37050198 Sparkasse KölnBonn
Stichwort: Alle für Kalle

Aufruf (Print-Version)
Mobi-Video
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18.03 | Verdi-Streik in Köln

Kalle-StreikHeute protestierte Kalle gemeinsam mit vielen tausend Kolleginnen und Kollegen für mehr Lohn.

Verdi und die anderen Gewerkschaften sollten sich öffentlich auch in die Frage von Wohnungsmangel einmischen, damit nicht jede Lohnerhöhung durch höhere Mieten aufgefressen wird.

Und sie sollten natürlich aktiv den Kampf gegen Verdrängung unterstützen und ihre Mitglieder aufrufen, am 16. April in die Fontanestr. zu kommen, damit Kalle seine Wohnung behält.

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Solidaritätserklärungen für Kalle und für ein Recht auf Stadt

Monika Blankenburg, Rolli Brings, Holger Burner, Thilo Seibel, Winfried Bode, Klaus der Geiger, die Sängerin der Band Frolleinwunder, Günter Wallraff, der DJ der guten Laune, Astrid Gloria, Jürgen Becker, Wilfried Schmickler, Hannes Wader, Konstantin Wecker, der unglaubliche Heinz, die Kölner Ska&Reggae-Band „Die Kapelle #3“, Frank Müller + Norbert Bauer (Pfarrer+ Pastoralreferent der kath. Pfarrgemeinde St. Agnes) , der Musiker Hardy Schuster, sowie UnterstützerInnen aus London, Santiago und Berlin solidarisieren sich mit Kalle und dem Kampf um Wohnraum für Alle.

 

Fotograf: Christian Daitche

Fotograf: Christian Daitche

Monika Blankenburg, Kabarettistin:

Kann es wirklich sein, dass Städte und Komunen nur noch in der Hand von kapitalträchtigen Investoren sind? Die viel besungenen Kölner Veedel, über Generationen gewachsen und immer der Stolz der Kölner und Kölnerinnen verändern ihr Gesicht. Mieter werden zum Teil mit unlauteren Mitteln aus ihren Wohnungen vertrieben um diesen Wohnraum in teures Eigentum umzuwandeln. Hier geht’s doch nicht um Eigenbedarf. Es geht schlicht und ergreifend um Kapitalanlagen. Viele Bürger bleiben dabei auf der Strecke. Kalle ist einer von ihnen. „Alle für Kalle“ ist eine großartige Initiative diesen Wahnsinn zu stoppen! Und so wie die Fußballfans im Stadion ihren Verein mit der Liedzeile „Steht auf wenn ihr Kölner seid“ anfeuern, so wünsche ich mir für Kalle und alle von der Gentrifizierung Geschädigten genau den gleichen Gesang. „Steht auf wenn ihr Kölner seid“ Steht zusammen und seid solidarisch! Jeder hat ein Recht auf adäquaten Wohnraum, auch Kalle!

Herzlichen Gruß

Monika

Fotograf: Michael Maxe

Fotograf: Michael Maxe

Rolli Brings, Musiker

„Wem gehört die Stadt: den Menschen – oder dem Geld?
( aus dem Lied der kölner Mundart-Band Brings)

Herzliche Grüße

Rolly Brings

 

 

 

 

 

Holger Burner

Holger Burner

Holger Burner, Propaganda-Rapper aus Hamburg:

Was ihr in Köln gerade auf die Beine stellt macht Mut! Wohnen ist ja mittlerweile zum Luxus geworden, wo man sich noch dafür bedanken soll, das man einen Großteil seines Einkommens Monat für Monat an den Besitzer einer Wohnung überweisen muss. Einer Wohnung, die schon seit 30 oder 40 Jahren durch uns Mieter abbezahlt ist. Oder einem Makler Unsummen bezahlen muss – wofür genau? Die Blockade am 20.2. war toll, weil wir so selten zeigen was Solidarität eigentlich heisst – wir haben die selben Probleme und wenn der Staat, seine Gesetze und seine Polizisten nur die Interessen der Reichen durchsetzen müssen wir für unsere eben kämpfen. Ich wünsche euch viel Kraft für die nächste Blockade am 16.4. Und wenn man um seinen Wohnraum kämpft immer dran denken: Die Wohnungen haben nicht die Vermieter gebaut, sondern Arbeiter wie wir. Eigentlich gehören sie uns! Alle für Kalle!

Thilo Seibel: Ein Mann-ein Jahr

Thilo Seibel: Ein Mann- Ein Jahr- Ein Blick zurück

Thilo Seibel, Politisches Kabarett und Comedy:

„Ich appelliere an das Kölner Amtsgericht und alle weiteren Verantwortlichen der Räumungsvollstreckung, die Zwangsräumung sofort zurückzunehmen. Es ist ein fatales Signal, wenn ein Gericht wie in diesem Fall einen offensichtlich gelogenen Eigenbedarfs-Anspruch über die Interessen eines Mieters stellt. Es ist ein fatales Signal, wenn auch in Köln im konkreten Fall von Herrn Gerigk Kapitalinteressen über existenzielle Menschenrechte gestellt werden. Warum wird nicht verstanden, dass ein Viertel und eine Stadt von den Menschen lebt, die hier verwurzelt sind? Wer soll in dieser Stadt weiter leben dürfen, wenn nicht Leute wie Kalle Gerigk, die seit über 30 Jahren hier leben und ihre Miete zahlen?
Ich lebe immerhin seit 25 Jahren als Kabarettist in Köln und erkläre meine Solidarität mit Kalle Gerigk. Wehren wir uns – einer für alle, alle für Kalle!

Beste Grüße, Thilo Seibert“

 

WInfried Bode und Kalle gemeinsam vor dessen Wohnung im Agnesviertel.

WInfried Bode und Kalle gemeinsam vor dessen Wohnung im Agnesviertel.

Winfried Bode, Musiker:

Immer noch regiert Geld die Welt und auch die Mikrokosmen Stadt, Veedel, Wohnung. Wer genug Geld hat, der hat ein Totschlagargument. Darum ist es gut, wenn jemand wie Kalle sich wehrt. Das soll andere ermutigen.

 

 

 

Fotograf: Christoph Hardt

Fotograf: Christoph Hardt

Der Schriftsteller und Journalist Günther Wallraff :

Auch ich bin entsetzt, dass die Vertreibung angestammter Bewohner in zahlreichen Kölner Stadtteilen immer weiter geht und weder die Politik noch die Gerichte der Edelsanierung und der Verdrängung nicht so vermögender Kölnerinnen und Kölner Einhalt gebietet. Insofern: Bravo, dass jetzt mal die berühmte Zivilgesellschaft blockiert, wo eine Blockade dringend nötig ist!

 

DJ der guten Laune Der DJ der guten Laune“ schreibt Kalle und Recht auf Stadt zu dem Offenen Brief an Börschel:

Den Brief kann ich nur voll und ganz unterstützen. ImÜbrigen bin ich für die völlige Streichung des Eigenbedarfs, da ich nicht sehe wie ein Missbrauch verhindert werden kann. Niemand ist bisher in seine Wohnung zurückgekommen, weil der Eigenbedarf doch nicht wahrgenommen wurde.Ausserdem halte ich dringend Massnahmen für geboten, die dazu  führen, dass nicht genutzter Wohnraum genutzt wird. Es soll sich in Deutschland um 2,5 Millionen Wohnungen handeln, was man nicht zuletzt auch in Köln beobachten kann.

Einer weiteren Schaffung von Wohnraum stehe ich kritisch gegenüber, mittlerweile ist selbst die Ressource Sand weltweit äussterst knapp und ein hemmungsloser Neubauschub nicht zu verantworten. Daneben scheinen mir viele Bürobauten leer zu stehen, solche wären doch als Wohnungen umbaubar.

Astrid Gloria Astrid Gloria, Zauberkünstlerin und Kabarettistin aus Köln-Nippes:

Vorgeschobener Eigenbedarf und eine Rechtsprechung, die gewachsene Strukturen zerstört und skrupellose Gewinnmaximierung fördert gehören in das Licht der Öffentlichkeit. Der Protest dagegen ist kölsche Bürgerpflicht. Für Kalle! Für Kölle! Und für eine lebenswerte Stadt, die wir uns leisten können!

 

Jürgen Becker

Fotografin: Simin Kianmehr

Jürgen Becker, Kabarettist

„Ich wünsche Kalle und der Aktion “ne jroße Erfolch!”

Herzlich, Jürgen Becker.“

Bei einer Motorradtour in Norddeutschland hat Jürgen Becker einen schweren Motorradunfall erlitten. Er liegt derzeit in einer Klinik in Hamburg, das Becken und beide Arme sind gebrochen. Glücklicher Weise ist er bereits wieder „über den Berg“, und hat nicht allzu starke Schmerzen. Darüber sind wir alle heilfroh. Wir freuen uns schon jetzt überaus auf seine nächsten Einsätze, etwa bei den Mitternachtsspitzen. Wann, ist erst einmal nicht so wichtig. Hauptsache, der Jürgen wird wieder vollkommen gesund. Die besten Genesungswünsche von Kalle und unserer Initiative an Jürgen Becker!

 

agnes-kircheFrank Müller, Pfarrer der kath. Pfarrgemeinde St. Agnes

Mit großer Sorge beobachte ich die sogenannte „Gentrifizierung“ des Agnesviertel. Als Pfarrer der Agneskirche wünsche ich mir ein ausgeglichenes soziales Milieu, das zurzeit durch solche Aktionen bedroht ist. Es gibt da so manche Opfer, Kalle Gerigk ist ein besonderes Beispiel dafür. Er benötigt unser aller Unterstützung. Kalle steht wirklich für alle, die auf der Strecke bleiben bei Immobilienspekulationen. Das „Agnesveedel“ soll ein guter Sozialraum bleiben für junge und alte Menschen, besser und weniger Verdienende, Familien und Singlehaushalte: es geht um eine gesunde „Durchmischung“ verschiedener Milieus und nicht um eine moderne Monokultur sozial besser Gestellter. Sich darum zu bemühen, sehe ich als christlichen Auftrag.

 

Norbert_BauerNorbert Bauer, Pastoralreferent der kath. Pfarrgemeinde St. Agnes:

„Ich beobachte mit Sorge, dass auch im Agnesviertel Wohnraum für viele nicht mehr bezahlbar ist. Viele Menschen, die schon lange hier wohnen, haben Angst, ihr gewohntes Umfeld verlassen zu müssen. Auch deswegen ist die Solidarität mit  Kalle Gerigk so groß. Ich habe mich gefreut bei der Demonstration am 20. Februar auch viele Gesichter aus der Pfarrgemeinde St. Agnes zu sehen.“

 

wilfried_schmickler

Fotografin: Ilona Klimek

Wilfried Schmickler:

„Ich unterstütze eure Kampagne ‚Alle für Kalle – Kalle für alle‘ gegen die geplante Zwangsräumung und erkläre mich hiermit solidarisch.“

 

 

 

Kapelle#3, Foto„Kapelle#3“, Ska&Reggae-Band aus Köln-Nippes:

„Wir schließen uns dem Protest an! Solidarität mit Kalle! Wir wünschen mit den Blockade-Aktivitäten beim Immobilien-Monopoly viel Erfolg. Es muss nicht immer Schlossallee sein, aber schon mal gar nicht Badstraße. Fontanestraße ist gerade richtig!“

 

Wecker_Wader

Konstantin Wecker links, Hannes Wader rechts

Hannes Wader:

„An Kalle Gerigk und alle anderen, die wie er von der Vertreibung aus ihren Wohnungen bedroht sind, meine herzlichen und solidarischen Grüße. Ich wünsche Euch viel Kraft im Kampf gegen alle weiteren Zwangsräumungsaktionen und dass der Widerstand noch weiter wächst.“

                                                                                                                                                                                                                          KonstantinKonstantin Wecker
„Lieber Kalle ,
auch im fernen Bayern denkt man an Dich. Ois guade – wir Münchner wissen, was es heißt, das Bett unter seinem Hintern wegsaniert zu bekommen. Kämpf weiter!

Dein Konstantin“

 

Solidarity from Santiago de Chile: (22.3.2014)
soil-aus-chile

 

Solidarity from London: (20.3.2014)
solidarity

 

Solidarität aus Berlin: (11.3.2014)

1911885_808184259209509_2038539825_nAm Dienstag, den 11.03.2014 fand in der Landesvertretung NRW in Berlin eine Lesung aus den Werken von Heinrich Böll statt. Eingeladen wurde mit den Worten „Seine (Bölls) politische Einmischung stellt bis heute einVorbild gesellschaftlichen Engagements dar. Für ihn begann die Freiheit im Kopf.“

Politische Einmischung? Gesellschaftliches Engagement? Freiheit im Kopf?

Da mussten einige Leute sofort an unsere Freund_innen in Köln, der
Geburtsstadt Bölls, denken. Und deren zivilgesellschaftlichem Engagement für eine andere Wohnungspolitik und speziell gegen den zweiten Zwangsräumungsversuch von Kalle am 18.03. Diese heutige politische Einmischung wollten wir dem Publikum der Böll-Lesung nicht vorenthalten und informierten diese mit Flyern und einem Transpi, wobei wir viel Zustimmung erfuhren.

Wirklichkeit meets Literatur. Heinrich Böll würde am Dienstag in der Blockade sitzen. Auf nach Kölle – Zwangsräumung blockieren!

 

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PM: Aus „Alle für Kalle“ wird „Kalle für Alle“ –  Kampagne kündigt erneute Blockade der Zwangsräumung an

Pressemitteilung
Recht auf Stadt / Kalle für Alle
12.03.2014

  • Widerstand gegen Verdrängung und Mieterhöhungen geht weiter
  • Recht auf Stadt kündigt zweite Blockade der Zwangsräumung an
  • AktivistInnen richten Protest auch an Kölner SPD

Zwangsräumung wieder verhindern! Bundesweit hat die Situation von Karl Heinz „Kalle“ Gerigk in den vergangenen Wochen für Aufmerksamkeit gesorgt: Kalle Gerigk, der seit 32 Jahren eine Dachgeschosswohnung in der Fontanestraße in Köln bewohnt, sollte nach einer fragwürdigen Eigenbedarfskündigung durch den neuen Wohnungseigentümer, einem Immobilien-Makler der Firma ObjektDesign, im letzten Monat zwangsgeräumt werden. Die Solidarität von NachbarInnen, UnterstützerInnen und AktivistInnen jedoch, die sich der  Räumung  mit einer Blockade entgegenstellten, verhinderte die angesetzte die Zwangsräumung, der Gerichtsvollzieher musste unverrichteter Dinge von dannen ziehen. Trotz der breiten Proteste halten Eigentümer und Behörden dennoch an einer Räumung der Wohnung fest: Am 18.03.2014 soll es einen erneuten Versuch geben, Kalle Gerigk aus seiner Dachgeschosswohnung zwangszuräumen. Weiterlesen

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Widerstandsfahrplan Kalle für Alle – zweiter Räumungsversuch

Mi 12. März | Besuch bei SPD Farktionschef Martin Börschel
um 16 Uhr | SPD-Zentrale, Magnusstr. 18 b

Martin Börschel hatte unmittelbar vor dem ersten Zwangsräumungs­termin versucht, Kalle „moralisch“ unter Druck zu setzen. Er kam persönlich bei Kalle vorbei und hatte öffentlich vorgeschlagen, dass Kalle die Wohnung lieber freiwillg verlassen solle und man dann eine spontane Demonstration gegen Wohnungsnot und Luxussanierungen organisiert. Darauf hat sich Kalle konsequenter Weise nicht eingelassen.

Herr Börschel sollte lieber konkrete Lösungen für das akute Wohnungsproblem zehntausender Menschen in Köln präsentieren, statt dem (Un-)“Recht auf Verwertung des Eigentums“ auch noch den Weg zu ebnen. Jetzt rühmt er sich übrigens auf facebook, er habe die Proteste „mitorganisiert“ und eine „gewaltsame Eskalation verhindert“. Nun ja, in digitalen Protest-Welten, wo alle alles lediglich „liken“ können, sind natürlich auch nur Erfolge zu verbuchen. Sogar für diejenigen, gegen die sich der Protest u.a. richtet. Das ist wirklich modern, aber reichen wird Herrn Börschel das als Nebelkerze vor den Kommunalwahlen nicht. Die Politik ist sichtlich nervös angesichts des beträchtlichen Medienechos auf die Protestaktionen gegen Zwangsräumungen.

Wir sehen die Politik in der Verantwortung, denn die setzt immerhin die Rahmenbedingungen für die Verdrängung von Mieter*innen mittleren und niedrigen Einkommens. Der soziale Wohnungsbau liegt bundesweit vollständig brach. 2007 ging die Aufgabe der Wohnraumförderung vom Bund an die Länder über. Doch die nutzten die jährlichen Ausgleichszahlungen nur zu einem verschwindend geringen Teil für den sozialen Wohnungsbau. Vielmehr wurde das Geld in Haushaltslücken bzw. in den Aufbau privater Wohnungsbaugesellschaften gesteckt. Diese haben naturgemäß kein Interesse an Vermietung nach sozialen Gesichtspunkten. Die Kommunen haben ebenfalls große Bestände städtischer Wohnungen verkauft. Hier haben Kommunal- und Landespolitiker wie Martin Börschel gleich zweifach versagt.

Fr. 14. März | Infocafé und Pressetermin zur zweiten Blockade „Kalle für Alle“
um 17 Uhr | Alte Feuerwache, Projektraum

Das Bündnis „Alle für Kalle“ informiert zum aktuellen Stand der Kampagne gegen Zwangsräumungen, zum unmittelbar bevorstehenden zweiten Räumungsversuch gegen Kalle Gerigk und zeigt auf, warum die Verdrängung von Kalle kein Einzelfall ist. Wir informieren bei Kaffee und Kuchen. Alle Interessierte, Anwohner*innen und Pressevertreter*innen sind herzlich eingeladen.

Mo 17. März | „Kalle für Alle“ in der Robertstr. in Kalk
um 17 Uhr | Kundgebung vor dem bedrohten Haus Robertsstr. 12 (U-Bahnhalt Kalk-Post)

Kalle selbst betont immer wieder, dass es nicht nur um ihn allein geht. Kalle steht mittlerweile für zehntausende Menschen in dieser Stadt. Die Bewohner*innen der Robertstr. 12 haben in den letzten Jahren die Verwaltung ihres Hauses selbst in die Hand genommen, um es vor dem Verfall zu schützen. Nun ist ihre gewachsenen Hausgemeinschaft aufgrund einer (für den 26. März angesetzten) Zwangsversteigerung akut bedroht. Für den heutigen Montag Abend haben sich verschiedene Investoren zur Besichtigung angekündigt. Mit unserer Kundgebung „Wir können auch weniger nett, wir können auch laut, wenn man uns die Häuser klaut“ wollen wir die Robertstr. bei ihren Bemühungen unterstützen, das Haus durch Kauf als Verein dauerhaft zu sichern und „dem spekulativen Wohnungsmarkt zu entziehen“. Bringt Zeugs mit, dass Druck auf die Öhrchen macht.

 

Mo 17. März | Convergence Center „Kalle für Alle“ in der Alten Feuerwache
20-22 Uhr | Ankunft, letzte Infos und Unterbringung der auswärtigen Unterstützer*innen für die am nächsten Morgen anstehende Blockade

 

Di 18. März | Blockade + Straßenfest „Kalle für Alle“ in der Fontanestr.
um 7 Uhr | Zwangsräumung verhindern

Wir waren begeistert, dass rund 300 Anwohner*innen und Unterstützer*innen es im Februar tatsächlich geschafft haben, den Gerichtsvollzieher samt seinen Amtshelfer*innen mit drei Hundertschaften Bereitschaftspolizei wieder nach Hause zu schicken. Nun steht der zweite Räumungsversuch an und selbstverständlich blockieren wir erneut. Für Kaffee und Frühstück ist gesorgt. Über weitere Unterstützung freuen wir uns natürlich.
Wichtig: Auch wenn Ihr „nur“ kurz vorbei kommen könnt, weil Ihr Euch für den Tag nicht frei nehmen könnt und auch wenn ihr erst später könnt, weil z.B. die Kinder erst in die Schule gebracht werden müssen, KOMMT VORBEI! Wir werden unter Umständen wieder über den gesamten Vormittag ausharren müssen, bis der Gerichtsvollzieher hoffentlich auch diesmal wieder die Räumung abbläst. Selbst wenn es uns nicht noch einmal gelänge, den „Vollzug“ abzuwenden, eine eindrucksvolle Blockade als Zusammenkunft gegen die Praxis der Zwangsräumungen ist dringend notwendig und in Zeiten bevorstehender Kommunalwahlen äußerst wirkungsvoll! Daher kommt mit noch mehr Leuten zur zweiten Blockade!

 

Mo 24. März | Treffen der Initiative Recht auf Stadt inder Alten Feuerwache
um 19 Uhr im Offenen Treff | Weiter geht’s – „Kalle für Alle“ als Motto ernst nehmen

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18.März 7 Uhr | Kalle für Alle – erneute Blockade gegen zweiten Zwangsräumungsversuch

Plakat für den 18.3.

Plakat für den 18.3.

Am 20. Februar 2014 sollte Karl Heinz Gerigk (Kalle), der seit 32 Jahren eine Dachgeschosswohnung im Kölner Agnesviertel bewohnt, zwangsgeräumt werden. Der Vermieter und Immobilienmakler Marco Hauschild der Objekt-Design GmbH hatte kurz nach dem Erwerb der Wohnung erfolgreich auf „Eigenbedarf“ geklagt. Und das, obwohl er die Wohnung im Internet schon zum Weiterverkauf angeboten hatte.

Dieser Skandal ging in den letzten Wochen durch alle Medien weit über das Rheinland hinaus. Zeitungen, Fernsehsender und Nachrichten begleiteten die versuchte Zwangsräumung und berichteten von der weit verbreiteten Praxis, dass immer mehr Banken, Immobilienfirmen und Spekulanten ihre Finger auf die begehrten Wohn- und Geschäftslagen in Metropolen wie Köln legen.

Erste Zwangsräumung erfolgreich verhindert

Nachdem der Gerichtsvollzieher aufgrund der massiven Blockade von 300 Anwohner_innen und Unterstützer_innen die Räumung von Kalle Gerigk abgeblasen hatte, teilte er umgehend den Termin für seinen zweiten Versuch schriftlich mit. Wir können uns also nicht auf unserem Etappensieg ausruhen – der Termin für den zweiten Zwangsräumungsversuch ist für den 18. März 2014 um 8 Uhr angekündigt. Doch mittlerweile ist das Thema Zwangsräumungen (als besonders gewaltförmige Art der Verdrängung) zum Stadtgespräch geworden und damit von den Behörden nicht mehr nur als “ordnungspolitisches” Problem zu behandeln. Vielmehr steht jetzt die Politik in der Verantwortung, die den Rahmen für das lukrative Immobiliengeschäft mit der Vertreibung setzt.

Wir fordern, dass Kalle Gerigk in seiner Wohnung bleiben kann!

Martin Börschel, Fraktionsvorsitzender der Kölner SPD, hat unmittelbar vor dem ersten Zwangsräumungs­termin versucht, Kalle öffentlich „moralisch“ unter Druck zu setzen. Er hatte vorgeschlagen, dass Kalle die Wohnung verlässt und man eine spontane Demonstration gegen Wohnungsnot und Luxussanierungen organisiert. Darauf hat sich Kalle konsequenter Weise nicht eingelassen. Herr Börschel sollte lieber konkrete Lösungen für das akute Wohnungsproblem zehntausender Menschen in Köln präsentieren, statt dem (Un-)“Recht auf Verwertung des Eigentums“ auch noch den Weg zu ebnen.

Kalle für Alle

Kalle Gerigk steht symbolisch für immer mehr Menschen in dieser Stadt: Mieter_innen und Mieter, die nach einer Mieterhöhung zwischen Armut und Auszug wählen müssen. Menschen, die durch Abriss, Luxussanierung oder Anmeldung von angeblichem Eigenbedarf aus der Wohnung gedrängt werden. Menschen mit Durchschnittseinkommen, die in der Stadt trotz langem Suchen keine bezahlbare Wohnung finden. Studierende, die nicht zum studieren kommen, weil sie für Wuchermieten arbeiten müssen. Menschen, die keine Chance bekommen, aus der Obdachlosigkeit auszubrechen. Besonders Migrant_innen haben kaum Möglichkeiten, bezahlbaren Wohnraum zu erhalten und sind der Willkür von Miethaien ausgesetzt. So kann und darf es nicht weitergehen!

Kommt am 18. März um 7 Uhr in die Fontanestraße zur Blockade des zweiten Räumungsversuches bei Straßenfest und Frühstücksbuffet!

weitere Termine:

  • Mi. 12.3. Besuch der SPD-Fraktion | 16 Uhr, SPD-Zentrale, Magnusstr. 18b
  • Fr. 14.3. Nachbarschaftscafé mit Infos zu Blockade und Straßenfest | 17 Uhr, Alte Feuerwache
  • Mo. 17. März | Warm-Up „Kalle für Alle“ in der Robertstr. in Kalk | 17 Uhr | Kundgebung vor dem von Zwangsversteigerung bedrohten Haus Robertsstr. 12 (U-Bahnhalt Kalk-Post)
  • Mo 17. März | Convergence Center „Kalle für Alle“ in der Alten Feuerwache | 20-22 Uhr | Ankunft, letzte Infos und Unterbringung der auswärtigen Unterstützer*innen für die am nächsten Morgen anstehende Blockade
  • Di 18. März | Blockade + Straßenfest „Kalle für Alle“ in der Fontanestr. | 7 Uhr | Zwangsräumung verhindern
  • Mo 24. März | Treffen der Initiative Recht auf Stadt inder Alten Feuerwache | 19 Uhr im Offenen Treff | Weiter geht’s – „Kalle für Alle“ als Motto ernst nehmen

Initiativen „Recht auf Stadt“ und „Wohnraum für Alle!“

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